Potsdam - Kundus [AT]
Szenisches Projekt über einen postmodernen Krieg /// Uraufführung
In Geltow bei Potsdam hat das Einsatzführungskommando der Bundeswehr seinen Sitz. Von hier aus wird auch der Einsatz in Afghanistan koordiniert. Spätestens seit dem Bombardement zweier Tanklastzüge nahe Kundus durch die Bundeswehr im September 2009, bei dem zahlreiche Zivilisten getötet wurden, und dem Taliban-Anschlag auf einen Bundeswehr-Konvoi bei Kundus am Karfreitag 2010, dem drei Bundeswehrsoldaten zum Opfer fielen, werden diese Einsätze hierzulande als »Krieg« diskutiert. Seit über zehn Jahren steht westliches Militär in Afghanistan in einem bewaffneten Konflikt mit den Taliban. Die Bundeswehr ist im Rahmen der »International Security Assistance Force« (ISAF) und des Antiterror-Mandates »Operation Enduring Freedom« (OEF) daran beteiligt. Die Debatte im letzten Bundestagswahl-kampf zeigte, wie sehr die Bevölkerung die Frage beschäftigt, ob es sinnvoll ist, »unsere Sicherheit am Hindukusch zu verteidigen«. Bei aller Spezifik wirft dieser Einsatz die Fragen auf, die sich im Zusammenhang mit Konflikten in einer globalisierten Welt auch in Zukunft stellen werden. Mitwirkende mit authentischen Erfahrungen werden gemeinsam mit Schauspielern verschiedene Perspektiven des deutschen Afghanistan-Engagements in Spielszenen und Berichten auf die Bühne bringen.
Der Regisseur Clemens Bechtel erarbeitete in den vergangenen Spielzeiten am Hans Otto Theater die dokumentarischen Theaterabende »Staats-Sicherheiten« und »Vom Widerstehen«.
Premiere 12. Januar 2011
Spielort Reithalle
